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LP Review: Papercut - Gravity (2018)

Sich an Papier zu schneiden ist ein Ereignis das ohne jede Wertung einzigartig ist. Die Erinnerung an das Gefühl prägt sich auf ewig im Gedächtnis ein, und ich wette mindestens die Hälfte der Lesenden hat gerade zumindest leicht gezuckt.
Sprechen wir von schöneren Dingen. Die Band Papercut ist ebenfalls einzigartig, erzeugt aber glücklicherweise keinen Schmerz beim Anhören. Bereits im vergangenen Jahr hat sich das Quartett im Schmalkaldener Studio Magnolia Sounds zur Aufnahme ihres neuestes Werkes "Gravity" zusammengesetzt. Vertrieben wird das schöne ebenfalls in Schmalkalden bei Ponyphone Records.
Etwa vierzig Minuten Spielzeit auf neun Tracks liegen zwischen den Rillen der Schallplatte. Darauf präsentieren die vier Musiker eine leuchtende und vielschichtige Portion Alternative Rock, der mit viel Independent und Post-Punk, einem Quantum Desert, sowie einer unterschwelligen Anreicherung Shoegaze und BritPop versehen ist. Einfallsreiche, emotionale sowie flotte Musik, die nic…
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Konzertbericht: Ami Lyons & Band / Christoph Eschenbach @Kellerperle Würzburg, 18 Oktober 2019

Gestern Abend (18. Oktober 2019) wurde ich direkt mit einer Premiere konfrontiert. Noch nie zuvor habe ich Stühle vor der Bühne in der Kellerperle gesehen. Darüber hinaus gab es zur Feier des Tages Sekt, denn es galt das Release von Ami Lyons' EP "Back Home" zu feiern. Wer an meiner Review zu dieser Veröffentlichung interessiert ist, klicke hier.
Vor schon gut gefüllten Reihen legte gegen zwanzig vor Neun der Würzburger Singer Songwriter Christoph Eschenbach als Support los. In der ersten Folge "Folk on Wheels" stellte er sich selbst mal vor "Ich bin Christoph Eschenbach und ich mach' so Melancholie-Kacke". Link zum Song 'Leave me Alone' lohnt sich anzuklicken.
Da jemand am Vortag die Gitarre von Christoph Eschenbach vollgeblutet hatte, war deren Innenleben nun rot. Davon unbeirrt spielte er in gewohnt melodischer Manier los und präsentierte eine schöne Auswahl seiner Stücke aus akustischem Blues, Rock, und etwas Folk. Seine Musik ist von…

EP Review: Plague 9 - Mr Ass (2019)

Just two years ago Plague 9 were founded in Adelaide, South Australia. And now the band whose biblical name is a reference to darkness has already released their first five-track EP. Plague 9 debut with the name "Mr Ass". Well, let's have a look at that piece of Heavy and Thrash Metal.
Inside the artwork by Dušan Marković Plague 9 have packed around half an hour of power Heavy Metal with a modern approach towards traditional material and a dominant Thrash Metal attitude. The opener 'Stuck in Hell' might ring a bell for those who know the Metal United Down Under Vol 1 compilation from 2017.
Plague 9 play a strong mixture of Heavy and Thrash Metal related to (early) Metallica, Megadeth, Pantera, or 3 Inches of Blood (without the screaming). Still "Mr Ass" is the opposite of a copy or a tribute - Plague 9 play traditional Heavy Metal wrapped up in their own and unique style. This is the modern version of Heavy Metal.
Plague 9 stomp, mosh, and roll thorugh …

LP Review: Nazca Space Fox - Pi (2019)

In der peruanischen Wüste findet man bis zu zwei Kilometer lange gescharrte Zeichnungen. Sie stellen Tiere dar und werden der Nazca Kultur zugeordnet, welche dort vor fast 3000 Jahren lebte. Am besten sieht man diese rituellen Zeichnungen von oben in schwebender Bewegung. Deshalb trifft es sich nur zu gut, dass die Frankfurter Instrumental, Post, Psychedelic und Space Rock Band Nazca Space Fox genau zu dieser Bewegung einlädt. Nazca Space Fox haben gerade ihr zweites Werk Pi beim Label Tonzonen veröffentlicht. Auf fünf Tracks und etwa 42 Minuten Spielzeit wird ein abwechslungsreiches und farbenfrohes Feuerwerk aus psychedelischem Space und Post-Rock mit Stoner oder Desert Einlagen, funky Licks, Loops und Fuzz gespielt. Kleiner Bonus für die Vinyl-Käufer: der Download enthält den Bonustrack 'Grinder'. Nazca Space Fox bewegen sich auf "Pi" in einer intermedialen Sphäre zwischen heißem Wüstensand und den unendlichen Weiten des Kosmos. Wie in Trance erheben sich Funk Lick…

CD Review: John Steam Jr. - Anywhere but here (2018)

Es ist mal wieder Zeit für einen Tonträger aus der bunten Kiste meines liebsten Liedermacherkollektivs. John Steam Jr. aus Nürnberg ist mit der verrückten Truppe von Folk's Worst Nightmare unterwegs. Wer das Wirken der fränkischen Barden noch nicht unter die Lupe genommen hat, sollte das auf jeden Fall nachholen. Neben seiner Arbeit im Kollektiv unterstützt John Steam Jr. auch EgoTherapies Projekt Folk on Wheels mit seinem Artwork.
Das erste Full-Length Solo Album "Anywhere but here" von John Steam Jr. ist auch schon 2018 erschienen, hat hier jedoch in jedem Fall eine Erwähnung verdient. Auf zehn Tracks zeigt sich John Steam Jr. mit kräftiger Stimme, melodischer und dynamischer Akustikgitarre, introvertiert nachdenklichen Texten, sowie einer angenehmen Atmosphäre mit harmonischen Overdubs, Leads und Backing Vocals.
Auf etwas mehr als einer halben Stunde spielt John Steam Jr. auf "Anywhere but here" eine farbenfrohe Melange aus Blues, Folk, Rock, und erkennbaren…

Album Review: Brotthogg - Echoes of the Past (2019)

It has been two years since Trondheim's Brotthogg crashed onto this planet with their first EP "The last Traveller". In early August the band around mastermind Kristian Larsen Moen reported back with their first full-length play "Echoes of the Past", and they immediately outmatched all expectations. Brotthogg are back with seven and a bit more than half an hour of high-speed, brutal and melodic Metal.
Drum beats fast as a machine gun, massive like a tank, and precise like a scalpel build the foundation of this beautiful massacre. The soundscape is defined by high-speed staccato riffing, massive and intense harmonies, as well as ice cold and pitch black licks and soli. The growling and deep voices perfectly merge with the rest of Brotthogg's arrangement and create a gloomy, heavy atmosphere. Slower and dragging parts such as in the song 'The Aftermath' do not disturb this picture at all.
Brotthogg put the pedal to the metal for this album. Thus, &quo…

LP Review: Goddys - Ambrosia (2019)

Heute auf dem Plattenteller im Hause MangoWave: wunderschönste Finsternis aus dem Hause Ponyphone Records in Schmalkalden. Genauer handelt es sich um Goddys und ihr düster feines Album "Ambrosia". Das Quartett zeigt sich hier mit zehn Tracks voll rollendem Blues, okkulter Ästhetik, mitreißender Dunkelheit, und metallener Klarheit.
Goddys schaffen in ihrem Songwriting einen atemberaubenden Spagat. So spielen sie Musik, die sich sowohl an traditionellem Doom Metal wie Coven oder Jex Thoth orientiert, zur gleichen Zeit bei Blues Rock wie den Blues Pills mithalten kann, und zudem die Heavy Metal Attitüde von Warlock in sich vereinnahmt. Ich würde den Stil Occvlt Doom Blues nennen. Die Instrumentalisierung schafft eine dynamische Atmosphäre aus Fuzz, treibenden Beats, und Harmonien, die von bittersüß-symphonischer Nekromantik bis zu aktivierenden Themen aus New Orleans reichen. Im Zentrum steht Emmas sehr präsente und fesselnde Stimme mit einem wahnsinnig großen Spektrum von tief…