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Es werden Posts vom Dezember, 2019 angezeigt.

CD Review: Samast - Flucht nach vorn (2019)

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Herzlich willkommen zur letzten Review im Jahr 2019. Heute gibt es mal wieder eine Veröffentlichung aus dem Hause Ponyphone Records aus Schmalkalden. Und zwar geht es um das junge Punk Rock Quintett Samast. Meines Wissens kommt der Name aus der estnischen Sprache und bedeutet "vom gleichen/aus dem gleichen".
Knapp eine halbe Stunde beschallt "Flucht nach vorn" die Ohren. Geboten wird hier kraftvoller deutschsprachiger Punk Rock mit viel Druck, ein bisschen Nu Metal und breitem Tonspektrum. Hier und da kann man es auch Deutschpunk nennen. An anderer Stelle werden Skate- oder Surf Punk Elemente stärker.
Das Songwriting ist durch viele harmonische Licks und Mehrstimmigkeit geprägt. Melodic Punk würde ich das Ganze dennoch nicht nennen. Dafür schmeckt das Bier doch zu sehr nach Dosenbier. Und das ist sehr gut so!
Inhaltlich geht es aus Samasts Album um alles, was eine Flucht nach vorne bedingen und mitbringen kann: Konfrontation mit patriotischen Arschlöchern, Verlust,…

LP Review: Peter Coretto - Angst kostet Freiheit (2018)

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Letztens habe ich an meinem Geburtstag auf dem Konzert von Egotronic die Münchner Punk Band Peter Coretto kennengelernt. Das sympathische Quartett spielt eine harmonische Mischung aus intelligentem und nachdenklichen Deutschpunk und der einen oder anderen Prise Harcore, Post-Punk und Grunge.
Leider lässt sich nur wenig über das bisherige Schaffen der Band recherchieren, da die Homepage offline zu sein scheint. Damit bringt mir auch der Downloadcode für die Platte aktuell nicht so viel. Über Away from Life konnte ich jedoch herausfinden, dass es sich bei "Angst kostet Freiheit" um die zweite Veröffentlichung von Peter Coretto in ihrer inzwischen mehr als volljährigen Bandgeschichte handelt.
Auf den elf Tracks, die knapp über eine halbe Stunde rotieren, spielen Peter Coretto melodischen aber harten Punk Rock mit vielen Breaks und einer düsteren Stimmung. Hier und da könnte man Anleihen des Depro Punk raushören. Generell ist die Mischung aus Punk, Hardcore, abgehackten Beats un…

EP Review: Here the Captain speaking, the Captain is dead (2018)

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First of all, what a great name!
Here the Captain speaking, the Captain is dead's self-titled EP from 2018 is now available via Krefeld-based Krautrock label Tonzonen Records. Click here to purchase the blue or orange beauty enveloped in a high quality gatefold cover.
Adrián, Jose and Lucas recorded the six songs in early 2018 in Carcosa Studios, Alboraya. The outcome is three quarters of an hour of peaceful but intense and various Space and Kraut Rock. Here the Captain speaking, the Captain is dead colourfully narrate a chiefless odissey through space and time. The backbone of this story are the driving battery rhythms decorated with plenty of halting and chequered fills. Further guidance is implemented by the warming sounds of the bass which define the travel's direction. Last but not least guitar and synths paint the environment with the brightest colours via manifold loops, effects, and an impression I would call the Space Kraut Atmosphere.
By the time the records starts of…

Album Review: K.A.Z - Fighting for Life (2019)

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Six years ago K.A.Z were founded in Lidköping, Sweden with the aim to produce intense and heavy Rock and Metal. One single and one EP later the powerful quintet has released their first full-length album "Fighting for Life". The selfreleased piece contains ten tracks of which 'Beautiful' and 'In Flames' are also available as singles. K.A.Z play some highspeed and roughedge mixture of Heavy Rock, Hard Rock and Heavy Metal with catchy melodies and atmospheric harmonies.
Central elements of the album are Ocars clean and powerful Heavy Metal leads and Louises strong and omnipresent Hard Rock chants. Around these melodic instances there is a raw and forceful landscape of galopping and intense rhythms, massive riffing as well as the support of background growls. K.A.Z merge Heavy Rock tunes with Death Metal attitude and a lot of the feeling Melodic Metal around the millenium gave you. Goosebumps are to be expected when listening to this album.
For around 45 mintes …

LP Review: echolons))) - idea of a labyrinth (2019)

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echolons))) aus Frankfurt am Main gibt auch schon um die eineinhalb Jahrzehnte. Aus den Händen und Köpfen der Stammbelegschaft Daniel, René, Martin und Hendrik ist bisher in Eigenvertrieb ein Album sowie eine EP entstanden. Das neueste Album "idea of a labyrinth" der gefühlvollen Prog Rocker ist im November 2019 bei Tonzonen erschienen.
Etwa eine Dreiviertelstunde lang befassen sich echolons))) auf ihrem neuesten Werk mit Überwachung, Paranoia, dystopischen Zukunfts- (und Gegenwarts-)perspektiven, Flucht ins Einsiedlertum und Geschichten, die gleichermaßen von Bentham, Foucault, oder auch Snowden erzählt werden könnten.
Musikalisch zeigen sie sich dabei in einem klugen und sanften Prog Rock-Gewand. Intelligent aufgebaute Songstrukturen werden mit Elementen aus Alternative Rock, Synth Pop und glamourösem Progressive Rock geschmückt.
Auch optisch macht die Platte einiges her. Die schönen Bilder von Drew Roulette und das Layout von Robin Helm ergeben eine schnörkellose, impress…

Album Review: Balladur - La Vallée Étroite (2019)

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Villeurbanne-based Noise Pop duo Balladur recently released their fourth album "La Vallée Étroite". The title meaning "narrow valley" is a grateful dedication to all supporters, bookers, fans, venues, hotels and so on who accompanied Balladur during the last years. The album begins with a horrifying scream and a horror sample leading into the first track 'Kuda Lumping'. Each song seems to be an hommage to certain people and places the band wants to address. The final song 'Dans la 205' could refer to a hotel room. The place I work at has a room number 205. I am confused. The songs on "La Vallée Étroite" are colourfully psychedelic, glitchy and shoegazy Noise Pop. Post-Punk themes lead into 80s style Electronica, and minimalist motifs patterns echo and swirl around themselves. The album feels like a long hot summer day at a white beach amongst palm trees, a ghetto blaster, some bottles of rum, ... and maybe LSD. Between modules, samples, g…

Album Review: The Mountain King - MIND DENY UNDO (2015)

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Die Mainzer Band The Mountain King ist irgendwie bis jetzt an mir vorbei gegangen. Kürzlich habe ich dann doch den Zugang zu ihrem 2015 veröffentlichten Debut "MIND DENY UNDO" erhalten, worüber ich sehr froh bin. Man mag es Noise nennen, man mag auf die Doom Metal Basis der Arrangements eingehen, oder man kann sich an den Glitch Sounds aufhängen; doch all das wäre keine gerechte Beschreibung für dieses einzigartige Werk.
Auf einem sehr einfach gehaltenen Doom Metal Thema erstreckt sich die Spielwiese, auf der The Mountain King ihre chaotischen Umtriebe ausführen. Dabei fallen wahrscheinlich den meisten Hörenden zunächst die Störgeräusche und Effekte auf, die sich unabhängig vom Hauptthema in ihren ganz eigenen Sphären bewegen. Rauschen in allen Farben und Tönen schwebt und kratzt über die instrumentalen Arrangements und erschaffen dabei eine unikate elektronische Psychedelik.
Auf einer ganz anderen Ebene liegen die Gesangsstimmen. Es gibt viel tiefes Growling, das aufgrund e…

LP Review: Maat Lander / Sounds of New Soma - Split Album (2019)

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Nachdem Tonzonen-Chef Dirk Raupach erst kürzlich gemeinsam mit seinem Bandkollegen Alex Djelassi über Krautrock Legende Rolf-Ulrich Kaiser sinnierte, ist schon wieder eine neue Veröffentlichung der Sounds of New Soma bei Tonzonen erschienen. Dieses Mal hat das Duo aus Krefeld mit den Moskauer Space Rockern Maat Lander eine Split auf 12 Zoll herausgebracht.
Auf der A-Seite legen Arkadiy, Ilya, und Ivan von Maat Lander eine wuchtige Space und Psychedelic Rock Nummer aufs Parkett. Effekte, die wie tausend kleine Lichter und Armaturen flirren, glitzern und blinken begleiten die aufregende Reise an Bord des Raumschiffs des Maats.
Synthies, Gitarren und Drums reichen dem Moskauer Trio vollkommen aus, um eine farbenprächtige Traumreise ins innere Auge der Zuhörenden zu zaubern. Die drei Songs auf der A-Seite klingen volltönend, abwechslungsreich aufregend, und tanzen wie eine Springflut in Richtung Himmel.
Das Weltraumerlebnis auf den etwa 23 Minuten hört sich an wie eine freudige Reise vom …