CD Review: The Sandbox Josephs - Dig (2018)

Hallo und herzlich willkommen zur ersten Reader Suggestion!
Wir beginnen mit handgemachter Musik aus Oberfranken. Im alten Landkreis Pegnitz wurde aus Josev, Josef und Joseph eine Band - The Sandbox Josephs. Im Sandkasten des Trios befinden sich immer eine Weissenborn Lap Steel, eine elektrische Gibson sowie ein Banjo. Für die Aufnahmen von "Dig" wurden noch gelegentlich Bass, Resonator Gitarre, E-Gitarre, Percussions, Keyboard und auch eine Mandoline mit dazu genommen.
Mein erstes Augenmerk fällt auf die Verpackung. Himmelherrgot, was für eine wunderschöne Hülle! The Sandbox Josephs haben ihr ersten Album liebevoll mit einem 26-seitigen Booklet ausgestattet. Innen findet man neben wirklich schönen Bildern auch sämtliche Texte der 13 Songs auf "Dig". Okay, 'Into the Silence' ist eine instrumentale Nummer, aber dennoch hat der Song seine eigene Doppelseite im Büchlein erhalten. Das ist wirklich eine der CDs, die schon beim Aufklappen und Anschauen gute Laune verbreitet.
Der Silberling im Inneren wartet mit fast einer Stunde handgemachte Musik auf Wiedergabe. The Sandbox Josephs singen alle drei und begleiten ihre Texte mal schunklig, mal ruhig und fast immer zum Tanz anregend. Stilistisch kann man die Klänge der drei Joes grob zwischen Irish Folk, Country, Acoustic Blues Rock und Anti-Folk einordenen.
Während die flotteren Nummern direkt Knie und Hüfte animieren, gibt es immer mal wieder ruhige Lieder wie 'The Sludge', bei denen man sich bei einem erfrischenden Getränk wieder auf den nächsten Schwoof vorbereiten kann. Egal bei welchem Tempo fällt immer wieder auf, dass die Musik auf "Dig" sowohl in Irland als auch im Süden der Vereinigten Staaten verwurzelt ist. Das liegt neben der speziellen Auswahl der Instrumente auch stark an den musikalischen Themen, die bluesig zwischen Irish Pub und amerikanischer Mesa hin- und hertanzen.
Mit "Dig" haben The Sandbox Josephs eine äußerst angenehme CD zum Verreisen, Tagträumen und Mitwippen produziert. Die Rhythmen lassen sich auch ohne Schlagzeug gut verinnerlichen und versetzen den Körper in dynamische Motorik. Eindrucksvoll ist vor allem die Atmosphäre zwischen Wüstensand, Gänsehaut und Barhocker, die auf den 13 entsteht.
Auch wenn "Dig" sowohl ein Album für ein Picknick unter freiem Himmel, für einen ausklingenden Sommerabend im Garten, als auch für lange Überlandfahrten ist, liegt die Heimat der CD doch woanders. The Sandbox Josephs sind meines Erachtens nach in erster Linie Musik für die Kneipe. Und zwar live und laut! Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei flotten Stücken wie 'I ride alone' irgendjemand ruhig sitzen bleiben kann.
"Dig" von The Sandbox Josephs schmeckt bis zum letzten Tropfen. Als Serviervorschlag empfehle ich rauchigen Whiskey und einen Stuhl nahe der Tanzfläche. Nicht nur Liebhaber von Country, Folk und Blues werden hier mit Freuden aufspringen.
Und wenn ihr euch den Spaß im Konzert ansehen wollt, sind hier noch ein paar Termine:
01/02/20 Blues Will Eat Festival, Nürnberg
19/02/20 Weinerei, Nürnberg
05/03/20 Kantine, Nürnberg (mit Smokestack Lightnin' und Jake La Botz)
06/03/20 Bernsteinzimmer, Nürnberg
29/03/20 E-Werk, Erlangen
09/04/20 Kulturbühne Strohalm, Erlangen
06/05/20 BOCA, Fürth
16/05/20 Transfer, Erlangen
08/06/20 Glockenbachwerkstatt, München (mit Mäkkelä)
11/07/20 Kleine Scheune, Schwaig
10/10/20 Oberstübchen, Regen

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